Samstag, 15. März 2008

Nacht im Auto

9. März 08, 01:10

Uhr Hocke seit einer Viertelstunde im Auto und warte, bis das fürchterliche Gewittervorbei ist. Malawische Zustände mehr Blitze als Dunkelheit und ohrenbetäubendes Krachen. Dazu stürmt es noch, dass der ganze Wagen zittert. Wenn das der angekündigte Zyklon ist, lass ich mich scheiden. Hab Thomas extra noch gesagt, er soll mich warnen, falls er in unsere Richtung kommt. Wohin geht eigentlichder Strom, wenn der Blitz ins Auto einschlägt? Bleibt der im Blech drin und wartet, bis ich aussteige und Kontakt mit dem Boden mache und erschlägt mich dann on the spot? Nur wegen Faradayschem Käfig und so. Huere Physik! Note3! Ehräwort! Gedichte rezitieren, Maya, ist gut gegen Angst. Also, in was für Gedichten gibt es Gewitter? Nis Randers: Krachen und Heulen und berstende Nacht ..... . Vier Wetter zusammen (oder 3), jetzt brennt die Welt....?. Doch, doch, das ist schon total beruhigend! Also weiter. Fällt der Zug mit der Brücke am Tay wegen einem Gewitter ins Wasser? Anyway, Fontane ist das Stichwort. Jetzt kommt noch "John Maynard". Shit, Maya, goht's der nöd eso guet! Läuft das wohl noch unter Adventure? oder schon Adults only?? Frag mich ernsthaft, warum ich nicht z Bärn im Einfamilienhäusli hocke und einbisschen den Garten mache und meinem Schatz einen feinen Znacht koche und den afrikanischen Busch einmal pro Jahr mit Kuoni von einer 5-Stern Lodge aus geniesse. Jetzt könnte es dann langsam aufhören. Hab auch kein Papier mehr. Hab die abgelaufene Autoversicherung und die letzte Rolo Motors Rechnung vollgeschrieben. Hilft scho no! Jetzt seckli dänn is Zält übere. Der Nachtwächter kommt auch wieder hervorgekrochen von wo immer er Schutz gesucht hat. Denktwohl, jetzt hats der Alten total ausgehängt. Isch mir egal, halbi drüü, jetz gang i go schloofe!!

Die Schule


Jetzt noch zu unserer neuen Schule: Die Veranda muss noch gedeckt und rundherum aufgeräumt werden, dann können wir eröffnen. Die Dorfbewohner sind so stolz im Nachbardorf ist der Unterricht immer noch unter dem Mangobaum. Was sie nicht ganz verstehen, ist, wie irgendwelche Leute ganz weit weg dazukommen, ausgerechnet Nkholongue eine Schule zu stiften. Hoffentlich wird die eine oder der andere Spender unser Dorf einmal besuchen kommen. Das wäreschön. Ganz liebe Grüsse

Neues Riff entdeckt


Hab im Google (funktioniert, nur Hotmail nicht) noch ein weiteres Riff im See gefunden, direkt vor Metangula. Jetzt haben wir eins 10km südlich (N'nosioder Minos Reef) und eins 10km nördlich (Chiluala Reef). Die sind bei Aquarianern auf der ganzen Welt bekannt wegen den Buntbarschen. Buanali Jussufu sagt,es gebe auch eins direkt vor unserer Türe, leicht rechts und dann 5 Minutenrausrudern. Wenn wir das finden, werden wir unser Resort "Mbuna Retreat" nennen. Das ist das Nianjawort für die Felsenbuntbarsche. Bei den Ornithologen werden wir wohl auch Reklame machen müssen: Die Vogelwelt ist gerade jetzt in der Regenzeit unglaublich, wie eine Volière, Tag und leider auch Nacht. Dazu ein ohrenbetäubendes Grillengezirpe. Der Busch lebt! Dann ist noch ein Mann mit wunderbaren farbigen Steinen vorbeigekommen. Habsofort gegoogelt: In Niassa gibts Aquamarin, Rosenquarz, Turmalin, Amethyst... und mit Glück sogar Rubine. Der ganze Busch ist mit Steinen übersät. Minerologen (Mineralologen???) also auch attackieren! Manchmal gerät das Ayurvedaprojekt richtig in den Hintergrund, ist aber unbedingt immer noch das Fernziel.

Von Blumenkohl zu Litchi und Papaya

Ironischerweise ist unser neues Maistestfeld gerade jetzt wunderbar am wachsen (siehe Uelis Projektbeschrieb). Die 14, mit grünen T-shirts ausstaffierten Projektarbeiter aus dem Dorf haben ihren anfänglichen Widerwillen gegenüberder Freiwilligenarbeit überwunden und staunen nur noch. (Können nachher dieganze Ernte behalten!) Auf der Farm haben wir Probesamen angepflanzt. Nur ganz wenig von allem, zum Schauen, was wie schnell und wie gut wächst, bevor wir dann auf die Eröffnungim Juli wieder grossflächig anpflanzen. Ausser Knollensellerie und Rosmaringedeiht alles prächtig von Lollo über Nüsslisalat zu sämtlichen Kräuternund Gemüsen, wie Rüebli, Blumenkohl, Tomaten ....... einfach alles. Die Bananenstauden und Papayabäume sollten in 1-2 Monaten die ersten Frücht tragen. Die Ananas sind gut eingewachsen und schlagen aus. Die eingeflogenen 19 Zitrus-, Macadamia-,Kumquat- und Litschibäume aus Südafrika kämpfen noch ganz leicht mit dem Klimawechsel, chunnt aber guet! Wir probieren auch Oliven, Datteln und Äpfel. Und das alles biologisch. Hudson wäscht zwar die Ameisen mit Abwaschmitelund Zuckerwasser von den Blättern. Weiss nicht, ob das noch unter "biologisch" läuft.

Panadol und Hunger

A propos Spital: Unser Panadolverschleiss ist ins Astronomische gestiegen. Die Dorfbewohner leiden an Kopf- und vor allem Bauchschmerzen. Die Ernährungssituationist schon ziemlich dramatisch, es gibt nicht mehr jeden Tag zu essen. Wir sind letzte Woche extra nach Meluluka gefahren, um eine Ladung Mais zu holen, aber dort gibt's auch nichts mehr. Jetzt geht's an die Gesundheit. Ich mache neuerdings sogar Hausbesuche, mit Fiebermesser, Salben, Panadol und einer Batterie Antibiotika. Die Leute und auch der Doktor im Spital Metangula haben schon lang rausgefunden, dass unsere Apotheke weit besser bestückt ist als die im Spital. Bis jetzt habens alle überlebt!

Schlangen, Krokodile und Leoparden

Noch eine Schlange, wieder die gleiche wie letztes mal nur länger. Hab den Arbeitern gesagt, sie sollen nicht immer den Kopf platthauen, weil der für die Identifizierung wichtig ist. Ich trag jetzt den ganzen Tag meine brandneuen Timberland und dicke Socken und schau am Abend unter die Luftmatratze. Auch die Arbeiter haben Gummistiefel bekommen, da die ganze Gegend jetzt in der Regenzeit dicht grün überwachsen ist und man die Schlangen nicht sieht. Ein Mann aus Mikundi hat eine 4m Pythonhaut zum verkaufen gebracht. Kürzlich wurde uns auch ein ganzes Krokodil angeboten und obendrein noch ein Leopardenfell. A propos Krokodil: Stambuli's Schwiegervater hat eins je einen Blätz am Arm und am Bein rausgebissen. Jetzt liegt er in Lichinga im Spital.

Afrikanische Osama und Saddam Shirts

Ich habe unseren Arbeiter Bunaia zur Beerdigung seines Vaters in Miculo mitgenommen. Dem Anlass entsprechend feierlich gekleidet im Saddam Hussein Hemd. Passt ja gemäss amerikanischen Vermutungen exakt zur Osama Bin Laden Uhr, die wir am Anfang allen Arbeiterngekauft haben für einen Stutz pro Stück. (Gab keine andern so billigen)

Sonntag, 9. März 2008

Hexerei und Schwarze Magie

Also, mit dem Verhexen ist das folgendermassen, hab ich mir von Hudson erklärenlassen: Um eine Person verhexen zu koennen, müssen zuerst deren Vorfahrendie Zustimmung geben, sonst klappts nicht. Unsere Vorfahren kennt hier niemand. uff!

Rosas husband ist auch so ein Hexer. Will plötzlich 20 Meticais (1Fr.) inunsere Bank einlegen. Jetzt ist das eben so, erklärt Hudson, dass die 20verhext sind und als einzige im Tresor übrigbleiben, wenn die Märzsalärein Rosas husbands Tasche gewandert sind. Das ist nicht etwa hochgradige Magie, sondern ein gängiger Trick um an Geld zu kommen.

Um Leute wirklich böse zu verhexen mit schwarzer Magie, braucht man folgende Zutaten:

  • am ersten Tag bereitet man einen Topf mit kochendem Wasser vor und gibt einen Schlangen Schwanz hinzu
  • am nächsten Tag gibt man den Mittelteil der Schlange hinzu
  • und am dritten dann noch den Kopf

danach ist man gut vorbereitet für den Rest. folgende Zutaten werden noch hinzugefügt:

  • ein Stück Rinde von einem Baum welcher vom Blitz getroffen wurde
  • verschieden farbene "Krällchen"
  • ein Hyänenhirn
  • ein Teil des menschlichen Gehirns
  • ein Stück Gold

dann alles gut kochen unter stetigem umrühren. Am nächsten Tag geben sie das ganz auf ein Stück Holz welches mit kleinen Dornen bestückt ist. Nun müssen sie es nur noch an einem Ort plazieren wo Ihr Opfer am nächsten Tag vorbeikommt. Es wird niemanden anderes treffen, da der Fluch für eine bestimmte Person gedacht ist. Je nachdem was sie Ihrem Opfer wünschen, können sie es in einem Satz über Ihr präpariertes Holz sagen und wenn er drauf tritt wird er es erhalten.

 
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