Als ich um 7 Uhr aufwachte, wars verdächtig ruhig, und ich brauchte eine Weile um den Gund dafür herauszufinden: Es war der See – spiegelglatt zum ersten Mal seit 5 Surfwellenwochen. Also raus aus dem Zelt und mit dem Kayak los auf die Suche nach dem Palaba Riff. Erst mal nördlich bis über Manussa’s Haus hinaus und dann in der Mitte zwischen zwei markanten Felsen gerade rauspaddeln, bis sich in der Ferne der Abhang vom Berg hinter Metangula mit unserer Hügellinie trifft. Und was hat’s da? Überhaupt nichts!
Zum Glück war schon (oder noch) ein einsamer Fischer draussen, der mir zu Hilfe kam und mich zum Palaba manövrierte, als wenn’s Wegweiser hätte. Er hat auch präzis den weissen Felsen gefunden, der eigentlich Palaba heisst (weiss noch nicht, was es bedeutet). Da gibt’s „Chindongo kwambili“ – viele, viele bunte Fischlein, die eben nur nördlich von Metangula „Mbuna“ heissen, bei uns jedoch Chindongo. Ist auch schön: Chindongo Retreat.
Mein Fischerfreund hat mit seinem Steinlot 2-2 ½ m bis zu den Felsen runter gemessen. Das bedeutet für die Trockenzeit noch eine Tiefe von etwa einem Meter. Den Seeboden konnte ich nicht sehen. Blöd, dass man beim Kayak nicht aus- und wieder einsteigen kann – jedenfalls ich nicht. So bin ich dann zurückgerudert, hab Flossen und Schnorchel montiert und noch eine halbe Stunde unsere Chindongos verfolgt. Scheint eine Jahreszeit zu sein, wo viele Arten recht gross sind.
Als ich mit Müesli und Kaffee und der Lektüre von Abida’s Umweltstudie zu unserem Retreat fertig war, war’s schon fast Mittag. Allein am See an einem ganz gewöhnlichen Sonntagmorgen.