Dienstag, 15. Juli 2008

As Janelas


He, antonio, am wochenende kommen die fenster von lichinga!

Uff, antonio, da ist was schief gelaufen: die fenster kommen nächste woche!

Am Freitag ist’s soweit, antonio, die fenster kommen!

Antonio, sr. aquimo hat telefoniert. Die fenster kommen erst nächste woche. Spätestens am wochenende. Samstag hinfahrt von lichinga, anfangen mit montieren, sonntag nachmittag fertig. Super, gäll!

Wo sind bloss unsere fenster? Antonio, mir hängt’s aus. Keine antwort von sr. aquimo oder sr. mamba. Totale funkstille!

Tami, wo sind die verfluchten fenster, antonio, das ist doch nicht einmal in mozambique normal!

Endlich! Jetzt kommen sie, antonio, nur noch verladen in lichinga. Spätestens ende woche – eher vorher!

Mein Gott, antonio, die kommen wieder nicht! Sr.aquimo ist überhaupt nicht schuld. Der glasschneider hat’s verhauen. Das müssen wir schon verstehen, gäll, antonio!

Ich hätt’s nicht geglaubt, antonio, die kommen wirklich dieses wochenende. Kannst du mit ein paar leuten ausnahmsweise samstag und sonntag arbeiten, damit’s schneller geht? Gegen extra-bezahlung natürlich!

Weißt du, antonio, samstag ist ein heisser lauf in lichinga. Hab sie gar nicht echt schon erwartet heute. Ist ja klar, dass sie erst morgen kommen!

Du, antonio, wo bleiben die? He, erklär mir das mal, antonio, du bist doch von hier, antonio, sag doch was, antonio ……….

Papas Wasserturm


Joâo und chaibu bauen jetzt nach thomas’ plänen den 10m hohen brickturm für den 2500L tank. Sind schon auf fast 4m und singen schon seit einer stunde Ave Maria. Auf meine bemerkung, das sei dann etwa überhaupt nicht muslimisch, meinen sie, sie seien halt cheio de allegria. So schön ist es, für maya zu arbeiten!

Da sie wegen der höhe zunehmend bedenken haben, hab ich dicke seile zum anbinden gekauft – weiss zwar noch nicht, wo anbinden, aber wir finden schon einen geeigneten Ast. Dann haben sie mir noch baustellenschuhe abgeluchst und knallrote helme –cor da suiça! Lucia und muanafu wollten auch helme, da sie ja das baumaterial herbeitragen und unter dem turm zement mischen. Backsteine und 20L wassereimer auf dem helm tragen -jetzt wird’s spannend!

Scharfi (Mr. Phiri)

Mr. phiri, unser materialverwalter und holzliferant, wollte einen kredit, um im dorf eine maismühle aufzustellen. Also hat sich thomas mal mit ihm hingesetzt um ein bisschen zu rechnen – businessplan sozusagen – worauf das projekt schon gestorben war.
Neues projekt, neuer kreditantrag: Diesmal für ein motorrad, mit dem er fische vom see in die dörfer entlang der metangula-lichinga strasse zum verkauf bringen will. Wahnsinnsprojekt! Die kaufen fische wie die verrückten und bezahlen jeden preis.

Nun bin ich gerade mit 4 neuen reifen am Hilux zurück aus lichinga gekommen – neues projekt: Mr.phiri hat mir die alten pneus abgekauft und bastelt jetzt einen ochsenkarren, mit welchem er warentransporte in metangula machen will, v.a. wenn die Ilala kommt, so vom hafen ins dorf rauf. Todsicheres geschäft – eine goldgrube!


Hab ihm gesagt, er soll besser mal vorwärts machen mit unserem möbelholz und es nicht immer mitten im wald schneiden – der wald in niassa ist blödsinnig gross, neville z.b. hat 200'000 ha – weil wir so immer transportprobleme haben. Die bretter zu fuss herbeizutragen, wäre sogar für afrikanische verhältnisse zu weit. Wenn er nur ein bisschen in seenähe holzen würde, könnten wir den transport mit unserem neuen occasions 15-plätzer einbaum machen. Hab ich einem fischer , für den er zu gross ist, auf kosten der vovoo abgekauft. Damit können wir unsere touris zum n’nosi reef rudern. Ethno pur!

Kaum fertiggeschrieben ist gerade noch salimo reingeplatzt und will einen kredit für eine maismühle – bombengeschäft, total risikolos! Hab ihm erklärt, dass der gesamtbetrag vollständig und zu 100 prozent vom julilohn abgezogen wird – egal ob seine kinder verhungern oder die oma mit einem herzinfarkt im spital liegt. Hat ihn nicht gross beeindruckt. No risk – no fun! Jedenfalls hat er seinen kredit (soll ja auch mal was lernen in seinem leben) und das dorf vielleicht wieder eine maismühle. Wenn’s nur so einfach wäre!

Peru(truthahn): zweiter versuch


Gottfried und gertrud haben wieder nachwuchs: zwei peruküken, von denen eins bereits von gertrud totgetrampelt worden ist – sagen sie. Jetzt kümmern sich alle rührend um das übrige kleine. Mr. phiri hat eine wahre drahtgitterfestung gebaut (fort gertrud), weil ja die letzten jungen nachts von irgendwelchen tieren gefressen worden waren. Hudson’s frau hat ihm panadol gegeben – dem küken – so um pocadinho, weil es so gezittert hat, und gottfried lässt keinen näher als auf einen meter ran. Den ganzen tag ist die stolze familie mit hudson’s hühnern unterwegs – über 20 in der zwischenzeit – und dem muezzingüggel, der mich dreimal pro nacht aufweckt, und für dessen sicherheit ich jetzt dann bald nicht mehr garantieren kann. Der profitiert nur noch davon, dass ich vegetarierin bin!

Eine Fahrt nach Metangula


Für die anmeldung bei der sozialversicherung brauchen unsere Leute alle eine „Cedula“ zum beweisen, dass sie existieren. Auf der fahrt das übliche dorfgeschwätz – wer hat hunger und wer hat vorräte gehortet (Jito z.b.) und so und warum – jawoll warum – muss Azido mais in Metangula kaufen. Zerknirschrt meint er, seine frau sitze halt den ganzen tag rum, während Jito’s frau jeden tag zwei stunden zur machamba läuft und pflanzt und hackt und erntet. Auf meine anregung, er soll sich doch eine andere frau zulegen, meint er, sie würde ohne ihn leiden. Darum haben andere wahrscheinlich mehrere frauen – unser Stambuli hat 3 frauen und 16 kinder und ist erst 32. Dä siäch isch sooo zum chotze!

Nach der hälfte der fahrt: paffff, reifenpanne! Rad gewechselt, 100 m gefahren: paffff, reifenpanne! Iiiiiii, madam (Hudson). Die wollten mich allein dalassen und irgendwo hilfe holen. Da bin ich lieber auf den nächsten hügel gekraxelt für mobilempfang und hab dem bürgermeister von Metangula angerufen, er soll mal im sinne der mosambikanisch-schweizerischen zusammenarbeit seinen fahrer Willy mit einem ersatzrad vorbeischicken – was er auch prompt gemacht hat. Mer sind halt öpper!

Während unsere leute ihre papiere machten, wurden unter einem strohdach am strassenrand unsere reifen geflickt – mit gummiresten, uhukleber und velopumpe. Hat gute zwei stunden gedauert. Währenddessen hab ich zum dank den bürgermeister auf ein fanta im neuesten restaurant von Metangula eingeladen und mir dabei ausführlichst erklären lassen, warum es absolut notwendig ist, dass die mozi-politiker mit polizeieskorten und blinklicht und mit 80 km/h durch die dörfer tätschen müssen – auch wenn mir das nicht passt. Das ist nämlich wegen der bösen renamo, die immer noch truppen tief draussen im wald hat, und überhaupt haben die mozis immer noch a guerra na cabeça. Er versteht nicht, warum ich das als schweizerin nicht verstehe. Manchmal verstehen wir einander nicht, aber aus psychologischer sicht haben wir wenigstens drüber gesprochen.


Dann hat er mir noch einen geologen aus maputo vorgestellt, der für die weltweit zweitgrösste mineralienabbaufirma (brasilianisch) in niassa ein paar dutzend millionen tonnen kohle (holzkohle) abbauen will und privat oberhalb metangula eine kleine lodge plant - der sonnenuntergang hat ihm den arm reingenommen – aber nicht am see unten wegen den möglichen tektonischen verschiebungen (grosser afrikanischer grabenbruch) und überschwemmungen und so. Scheint sehr langfristig zu planen!

Nachtrag: Der sympa geologe ist subito unser projekt inspizieren gekommen (wirtschafts-spionage) mit 5 geschäftskollegen, kravatte und so. Waren mächtig beeindruckt, aber erstaunt, warum wir so aufwändige septic tanks (abwassergruben) machen – das macht ja niemand! – wir sollen doch die ganze sch….. und p…. einfach in den sand laufen lassen. Soviel zur geologie! Ich hoffe nur, dass ihm für sein projekt auch eine 10'000 dollar umweltstudie aufgebrummt wird – aber wahrscheinlich hat er beziehungen!

Wir sind uns einig, dass wir uns grossartig ergänzen werden – eine knappe stunde fahrzeit voneinander entfernt: Wenn unsere gäste party wollen, können sie zu ihm gehen, und wenn seine juppies ruhe wollen, sollen sie bloss nicht zu uns kommen. Strictly no day visitors!

Druckfehler

Im Feprol Eisenwarenladen in Lichinga verkaufen sie jetzt SCHLABOHRMASCHINE, made in Germany

Vovoo

Also, die erste schlange hat die vovoo (die grossmutter, meine mutter) zum glück noch nicht mitbekommen. Hat nicht gecheckt, wie alles um sie rum gerannt ist und ich mit verstärkten hosenbeinen und timberlands und mit dem schlangenstock in der hand vorbeigeschlichen bin – mitbringsel vom schlangenkurs in jo’burg, ein praktisches instrument zum tragen von schlangen oder zum zudrücken hinter dem kopf, damit sie nicht beissen können (achtung: einige beissen rückwärts) . Man kann sie damit auch ein paar minuten in die länge ziehen, bis sie müde sind (haben nur eine lunge), und dann am schwanz packen und aufheben und in einen behälter sperren. Dies nicht mit Black Mambas, weil da ist man todsicher tot.
Unsere schlange war jedenfalls wieder eine Olive Grass Snake (leicht giftig), und versteckt hatte sie sich unter Antonio’s zimmmereingang unter einem brett, das er hingelegt hatte, um keinen sand reinzutragen (dä isch so blöd, aber mer liäbet en!) .Hab wieder mal mächtig punkte geholt, indem ich das brett mit dem schlangenstock wegzog und einen frischgebrannten backstein auf das arme viech warf – instant kill. Bin mir dabei soo erbärmlich vorgekommen.

Anyway,die zweite grass snake (1,5m) kroch der headquarter aussenwand entlang und von uns erschreckt durch die strohwand direkt in die küche, wo sie nicht mehr auffindbar war. Hudson hat dann mal ein paar liter benzin in die küche geschüttet – das riechen sie nämlich nicht gern – worauf sie auch prompt rausgeflüchtet ist - an der verandah vorbei, wo die vovoo gerade am lesen war und ab in den busch. Hab gedacht, jetzt reist sie uns ab (die vovoo). Aber sie hat’s cool genommen und spannend gefunden - buschtauglich nach 4 wochen!

Unsere schlangen tun mir wirklich leid. Aber da können wir keine kompromisse machen. Da gibt’s nur nashorn-methode : Erst drüberrennen, und dann zurückgehen und schauen, was es war.

 
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