Mittwoch, 25. März 2009

Der Alltag im Resort



Ishmael pflückt im Garten Kürbisblätter als Spinat für meinen Zmittag.



Agostinho und Carimo versuchen, der Maracujà-Schwemme Herr zu werden, indem sie literweise Sirup einkochen. (Passionsfrucht)

Rosa und Sucujua haben am Strand 40 Meter weisses Tuch ausgelegt und falten es ehrfürchtig zusammen. Schliesslich ist es zum Einwickeln von Leichen gedacht und ist ein Geschenk von unserem „I love Islam“ Freund Habib aus Lichinga, damit die Toten nicht mehr in alten Lumpen vergraben werden müssen. „Um bocadinho de dignidade“

Antonio und Jussufu stehen auf dem obersten Brett des Wasserturms und versuchen den Riss im Tank zu flicken.

Ali sitzt mit seiner Frau auf meiner Verandah und wartet, bis ihre Tochter das Güetzi und die Banane fertig gegessen hat für den zweiten Medi-Versuch. Sie hat Fieber und erbricht alles. In dem Fall eben auch die Medis.

Bota schmirgelt und lackiert versuchsweise eine Verandaplanke am Hauptgebäude zum Schauen, ob sich die Investition in 20 Liter Lack lohnt.

Joana füttert mit Gifti Guschti und Gertrud.



Billy kommt mit seiner Farmmannschaft aus dem Dorf zurü ck, jeder einen Kübel mit Kuh- und Geissenmist auf der Schulter – organic farming, äbe.

Zeinabu und Muanafu schwenken Mückennetze im See, weil sie so verchruglet angekommen sind – die Mückennetze.

Azido lehnt an einem Pfosten, lafert herum und schaut zu, wie die andern arbeiten.

James schnitzt eine grosse „Welcome to Mbuna Bay“-Eingangstafel. Dritter Anlauf, jetzt schon ganz ohne Fehler.

Jito zieht mit 400 Meticais von dannen, die er gerade von seinem „Bankkonto“ abgezogen hat.

Senhor Ramos schneidet Flocken aus einer alten Schaumgummimatratze für Nackenrollen auf die Strandliegestühle.

Joao singt lauthals sein muslimisches Ave Maria und schmiert Zement in die letzten kleinen Lücken zwischen Fensterrahmen und Mauer.

Douglas pflückt auf der Düne die täglichen Blumensträusse für das Restaurant.


Steven leimt die Bruchstücke vom Nummernschild am Hilux zusammen. Ist um bocadinho von der Strasse abgekommen und hat einen Baum gerammt.

Buanar Rachide umwickelt zum hundertsten Mal das durchgeschnittene Kabel an der Schleifmaschine.

Aide sitzt zufrieden am Boden und flechtet Hüllen für die Kleenexschachteln.



Josina wartet unter dem Mangobaum mit zwei Verwandten aus Nkholokholo, die für uns im Wald Hardwood-Bretter schneiden wollen, weil uns der Phiri wieder so verarscht hat mit der letzten Lieferung.

Und Maya sitzt am Compi und schreibt ein ganz böses Mail an Patrick Simkin von Nkwichi Lodge, weil der gestern versucht hat, ihr telefonisch den Koch abzuwerben.

 
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