Mittwoch, 25. März 2009

Nina


Nina ist nach weiss nicht wie vielen Monaten wieder abgereist und fehlt schon allen. Ueli hatte mir seine Studienkollegin als Volontärin vorgeschlagen und ich hab sie kommen lassen, ohne sie je gesehen zu haben. Hab mir gesagt, auf Ueli’s Urteil kann ich mich verlassen, was sich dann auch mehr als bestätigt hat.


Nina hat alles gemacht: Hat die täglichen Arbeiten für Konstruktion, Küche, Housekeeping und Farm organisiert, hat von Lichinga Material heruntergekarrt, hat Kranke verarztet und ins Spital transportiert, hat die ersten Lodgegäste empfangen und den Irischen Botschafter samt seiner Delegation bewirtet, hat mit Ishmael das halbe Kochbuch durchgeübt, hat Mangos getrocknet, tiefgefroren und zu Konfitüre, Sirup und Chutney verarbeitet, hat für Gertrud einen neuen Truthahngefährten beschafft, hat Töpfe bemalt und ein Brot gebacken, von dem Habib noch heute schwärmt, hat einen vermeintlichenVerbrecher mitsamt der Polizei nach Metangula transportiert, hat Löhne bezahlt und übermässige Kreditbegehren abgewimmelt, hat neue Ferien- und Absenzenlisten gemacht und überhaupt einmal Ordnung in mein administratives Puff gebracht, hat mich auf der Bettmeralp sporadisch informiert, dass alles prima läuft, hat wunderschöne Getränkekarten geschrieben, hat Ethnotücher zerschnitten und daraus Wandbilder für die Chalets gebastelt, hat unsere Beziehungen zum Presidente do Municipio de Metangula auf Vordermann gebracht, hat die Heiratsanträge diverser verheirateter und lediger Anwärter mit einem Lächeln quittiert, hat mit den Pellagra Kindern eine Langzeit-Vitamin B12+Güetzi-Kur angefangen, hat am Pajero das Vierradantriebskabel durchgefahren und von Willi wieder flicken lassen, hat Weihnachten allein mit ein paar Arbeitern gefeiert, hat sogar ihren Vater noch für zwei Wochen aus Basel zu Besuch kommen lassen, ist mit der Ilala nach Likoma Island gereist, um bei der Rückkehr das Visum verlängern zu können, ………. und ist an einem bedrohlich schwarz verhangenen Mittag in Lichinga auf die Ladebrücke eines Kleintransporters geklettert und hat sich eingezwängt zwischen Säcke, Kisten und Personen auf die 8-stündige Fahrt nach Cuamba gemacht, um dort den Zug zu nehmen in Richtung Nampula um von dort aus noch die Ilha de Moçambique zu besuchen vor dem Flug nach Maputo, wo sie sich mit Thomas noch ein paar Tage ins Nachtleben gestürzt hat vor ihrer Heimreise in die Schweiz.

Wir freuen uns auf zukünftige Volontäre. Aber Achtung: Die Latte liegt extrem hoch!

 
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